Die Wewelsburg und das KZ Niederhagen – Ein Ort der Erinnerung

Anfang Juni fuhren die Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 10 an zwei Terminen zur Exkursion auf die Wewelsburg. Vorbereitet wurde der Besuch im Geschichtsunterricht. An dem zweiten Termin luden die Klassen 10a und 10d die Lehrkräfte aus Ungarn und Litauen zur Teilnahme an der Exkursion ein. Die Lehrkräfte sind aktuell im Rahmen des europäischen Bildungsprogramms Erasmus+ zum kollegialen Austausch bei uns zu Besuch.

Das mit der Wewelsburg verbundene Arbeitslager war das Konzentrationslager Niederhagen, das um 1939 von der SS errichtet wurde. Es diente dazu, Zwangsarbeiter für den Umbau der Wewelsburg zu einer zentralen Kultstätte der SS bereitzustellen. Insgesamt wurden dort knapp 4.000 Menschen inhaftiert, von denen 1.285 an Hunger, Entkräftung und Misshandlungen starben.

Zu Beginn ihres Besuchs gingen die Schülerinnen und Schüler zum ehemaligen Appellplatz in Wewelsburg. Dort befinden sich noch Überreste der früheren Lagerküche und Kantine. Heute erinnert ein dreieckiges Mahnmal an die Opfer. Das Torhaus wurde originalgetreu rekonstruiert und steht inzwischen inmitten einer Neubausiedlung. Die ehemaligen Baracken und auch das Krematorium existieren nicht mehr, da das Gelände heute größtenteils überbaut ist.

Nach einem einführenden Film besichtigten die Klassen den Obergruppenführersaal im Nordturm. Dort ist die sogenannte „Schwarze Sonne“ in den Boden aus grünem Marmor eingelassen. Wenn man alle anderen Buchstaben  außer die Anfangsbuchstaben weglässt, bleibt SS stehen. Während Hakenkreuze verboten sind, ist die Schwarze Sonne noch in den meisten Ländern erlaubt. Viele Neonazis zieht es deswegen auch noch zur Wewelsburg. Fotos machen ist aber nicht erlaubt. Um dem Symbol die Macht zu nehmen, setzten sich die Schülerinnen und Schüler kritisch damit auseinander und überdeckten es schließlich mit den Sitzsäcken, sodass sie nicht mehr zu sehen war.

Anschließend besuchten sie die Gruft im Nordturm, einen kreisförmigen, sehr dunklen Raum, der eine beklemmende Atmosphäre ausstrahlt. Zum Abschluss verbrachten die Schülerinnen und Schüler Zeit im Museum, in dem sowohl die Perspektiven von Überlebenden als auch die Rolle der Täter umfassend dargestellt werden.

Bilder: STR